Goldene Ehrung der langjährigen Leiterin des Jugendmigrationsdienstes Dresden
Am 24.06.2021 würdigte der Diözesan-Caritasdirektor des Caritasverbandes für das Bistums Dresden-Meißen e.V., Matthias Mitzscherlich, das Lebenswerk von Sigrid Kokot, Leiterin des Jugendmigrationsdienstes (JMD) des Caritasverbandes für Dresden e.V.
mit dem goldenen Ehrenzeichen der Caritas.
Sigrid Kokot war von Anfang an dabei. "Wir blicken auf einen unermüdlichen täglichen Einsatz von Frau Kokot für den Caritasverband für Dresden e.V.. Sie hat das Team mit langfristigen Projekten bereichert, sodass der Jugendmigrationsdienst stetig gewachsen ist." sagt Juliana Schneider im Rückblick.
Nach der Wiedervereinigung Deutschlands haben die Wohlfahrtsverbände begonnen, in den neuen Bundesländern ein Netz von Jugendgemeinschaftswerken (JGW) aufzubauen. Es gab Anlaufstellen für junge Um- und Aussiedler. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit und das Katholische Jugendsozialwerk München suchte und fand in Dresden Sigrid Kokot.
Ihre Aufgabe begann am 01.06.1991 in Form einer Anlaufstelle für Hilfe und Unterstützung für junge Aussiedler und anerkannte Flüchtlinge, die damals z.B. aus den russischen GUS-Staaten, Rumänien oder Polen nach Deutschland kamen.
Auch als starke Kämpferin braucht man gelegentlich den Austausch mit Gleichgesinnten. Frau Kokot war Gründungsmitglied der noch 1991 entstandenen Facharbeitsgemeinschaft (FAG) Ju-gendmigrationsdienst Sachsen. Es gelang, die FAG eng mit den relevanten sächsischen Ministerien zu vernetzen.
Sigrid Kokot war lange Zeit auch die Sprecherin der FAG und als diese auch aktiv im Fachausschuss "Migration" der Liga der Wohlfahrtsverbände Sachsens.
Die Facharbeitsgemeinschaft JMD trifft sich bis heute zweimal jährlich in Dresden, tauscht sich über aktuelle Entwicklungen auf Landes- und Bundesebene aus und leistet fachliche Zuarbeiten zum Thema Migration und Integration junger Migrantinnen und Migranten.
Im Jahr 1994 übernahm der der Verein Katholische Offene Jugendarbeit Dresden e.V. (KOJA) die Trägerschaft des Jugendgemeinschaftswerkes (JGW). Die Zahl der Klienten und Mitarbeiter wuchs. Die Arbeit wurde durch verschiedene Projekte und Arbeitsfelder vielfältiger.
In den Jahren von 1995 bis 2005 gab es beispielsweise eine Außenstelle des JGW in Freital mit zwei Mitarbeiter*innen, den Bereich Erzieherische Hilfen für Migranten mit fünf Mitarbeiter*innen und zwei gemeinwesenorientierte Projekte in Dresden-Prohlis mit je zwei Mitarbeiter*innen.
Im Zuge des Inkrafttretens neuer Grundsätze und Rahmenkonzepte von Seiten des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend wurden die JGW im Jahr 2004 in Jugend-migrationsdienste (JMD) umbenannt. Kurz darauf übernahm am 01.03.2005 der Caritasverband für Dresden e.V. die Trägerschaft über die beiden JMD in Dresden und Freital.
Sigrid Kokot hielt über all die Jahre die Fäden zusammen und bereicherte zahlreiche Arbeitskreise und Fach-AGs, um eine gute Vernetzung mit allen für die Arbeit des Jugendmigrationsdienstes relevanten Kooperationspartnern, Ämtern, Behörden, Einrichtungen und Diensten anderer Träger sicherzustellen.
Sie koordinierte bis zu 17 Ehrenamtliche gleichzeitig, die u.a. bis zu 20 junge Migrant*innen mit Förder- und Nachhilfeunterricht unterstützten, und begleitete bis zu drei Praktikantinnen pro Jahr, die im JMD erste Praxiserfahrungen sammelten.
Über die Jahre trug Frau Kokot vielfältige Veränderungen mit, machte sich zu jedem Zeitpunkt für die Interessen junger Menschen mit Migrationshintergrund stark und wies die verantwortlichen Stellen auf vorhandene Missstände hin.
Frau Kokot hatte immer ein offenes Ohr für ihre Mitarbeiter*innen. Mit hohem fachlichem Erfah-rungsschatz wagte sie auch neue Wege und führte ihr Team fürsorglich durch die Wirren des Arbeitsalltages.
Wir bedanken uns und verabschieden eine agile Teamleiterin mit einer großen Caritaskerze und einem nachhaltigen aus Airbags genähten Tasche, eigens von unseren Mitarbeiterinnen hergestellt:
"Wichtig ist das Thema Nachhaltigkeit", so die Mitarbeiterin des Beratungszentrum der Caritas in Dresden Ines Szyszka, die diese Tasche in Heimarbeit hergestellt hat "für mich hat der Airbag des örtlichen Autoverwerters Quast GmbH für Frau Kokot die Form der Tasche und somit einen symbolischen Charakter- Tasche statt Entsorgung: Er wird im Auto als Sicherheit eingebaut, nun soll er in seinem zweiten Leben auch seine neue Besitzerin behüten und beschützen."
Dabei sind wir sehr gespannt darauf, wohin Frau Kokots übersprühende Energie mit Kerze und Tasche in Zukunft fließen wird.